Rehabilitationsklinik Friedehorst in Bremen-Nord

Die erste Reha mit Mama

Anfang dieses Jahres beschloss ich, eine Reha für Zoe zu beantragen. Zuerst wurde der Antrag abgelehnt, aber als ich Widerspruch einlegte, wurde er zum Glück genehmigt. Ich kann nur immer wieder sagen, egal was abgelehnt wird, bitte legt Widerspruch ein und kämpft! Es ist wirklich wichtig!

Leider hatten wir das Pech, dass Zoe kurz vor ihrer Reha wieder viele Anfälle hatte, so dass die ersten 3 Wochen eigentlich umsonst waren. Zoe konnte an keiner Therapie teilnehmen, weil sie alle 2 Stunden einen Anfall hatte. Dazwischen starrte sie nur an die Decke. Ich habe so sehr geweint, weil ich so verzweifelt war. Es gibt nichts Schlimmeres, als sein Kind so leiden zu sehen und zu wissen, dass man nicht helfen kann. Sie war zeitweise anfallsfrei, aber dann war Zoe natürlich so erschöpft und schlief viel. Nachdem der Arzt die Dosierung zweimal geändert hatte, wurde es auch von Tag zu Tag besser und meine alte Zoe war wieder da – die, die immer lacht ☺.

Endlich konnte Zoe an ihren Therapien teilnehmen. Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Musiktherapie, Tiertherapie, Hippotherapie, Eltern-Kind-Schwimmen, Rolli-Treff in der Sporthalle, Galileo usw. Für mich als Mutter war das natürlich Stress pur, schließlich war auch Zoes Bruder dabei. 4 Wochen Reha mit Zoe & Rafael…

Aber es war auch eine interessante Erfahrung. Ich lernte viele Schicksale und vor allem sehr nette Mütter kennen. Wir beschlossen, in Kontakt zu bleiben, da uns die Familien sehr ans Herz gewachsen sind. Irgendwann waren die 4 Wochen aber leider vorbei, das Gespräch mit der Ärztin stand kurz vorher an. Sie und die anderen Therapeuten rieten mir, die Reha zu verlängern. Ich war hin- und hergerissen. Rafael sollte endlich in seine neue Gruppe im Kindergarten gehen und Zoe sollte natürlich weiter bzw. endlich voll von der Reha profitieren. Der Arzt schlug vor, dass Zoe alleine in der Klinik bleiben könnte und ich mit Rafael in Ruhe nach Hause gehen könnte.

Dieser Gedanke war so grausam für mich, dass ich in Tränen ausbrach und so heftig weinte, dass ich kaum atmen konnte. Als ich mich wieder beruhigt hatte, dachte ich ernsthaft über meine Entscheidung nach. 

Ich ging nach Hause, und Zoe blieb für weitere drei Wochen in der Klinik.

Als mein Mann Rafael mich abholte und wir nach Hause fuhren, schluchzte ich leise vor mich hin. Je weiter wir uns von der Klinik entfernten, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass sich meine Kehle zuschnürte. Irgendwann konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten und war am Boden zerstört. Ich musste mich zusammenreißen, denn Rafael brauchte mich jetzt auch. Ich besuchte Zoe jeden Tag, und jedes Mal, wenn ich wieder nach Hause fuhr, kam dieses ungute Gefühl in mir hoch. Ich hatte das Gefühl, sie im Stich zu lassen. Fast jeden Tag bekam ich von den anderen Müttern Bilder per WhatsApp geschickt, und ich wusste, dass Zoe in dieser Klinik wirklich gut aufgehoben war. Das Pflegepersonal war so herzlich und liebevoll zu Zoe. Wenn es eine Therapiepause in der Mittagspause gab, durfte Zoe auf die Schwesternstation oder jemand ging mit ihr spazieren. Ich brauchte mir wirklich keine Sorgen zu machen! Ohne mich funktionierte die Reha viel besser und Zoe war viel aktiver. Sie hat so wunderbare Fortschritte gemacht. In der Reha hat sie gelernt, mit dem EasyWalker zu laufen. Jetzt haben wir auch einen zu Hause und sie blüht richtig auf, weil sie endlich die Welt aus einer anderen Perspektive sehen und entdecken kann. 7 Wochen Reha – es war die beste Entscheidung für Zoe und wir haben beschlossen, dass sie nächstes Jahr wieder eine Reha machen wird, weil es ihr wirklich gut tut und sie sich entwickeln kann. Michi, Rafael und ich wollen diese Zeit für uns nutzen und Zoe soll lernen, ein bisschen selbstständiger zu werden. Auch wenn ich noch nicht an das nächste Jahr denken will, weiß ich, dass es die beste Entscheidung für Zoe ist und das ist für mich das Wichtigste.

Wir waren in der neurologischen Rehabilitationsklinik Friedehorst in Bremen-Nord.

Zoe nimmt die folgenden Medikamente ein:
Orfiril lang: 300mg morgens + 300mg abends.
Lamotrigin: 50mg morgens + 75mg abends.

Vielen Dank fürs Lesen,

Julia, Michael und Rafael Kroll