Wohnen

Die Suche nach einer geeigneten Wohnform kommt irgendwann auf jeden von uns als Eltern eines vom Angelman-Syndrom betroffenen Kindes zu. Der Angelman e.V. möchte daher in Zukunft allen Eltern Rat und Hilfe geben, eine geeignete Wohnform zu finden und sich frühzeitig darüber zu informieren, welche Angebote es gibt, welche Wohnmöglichkeiten sich entwickeln und wie die Rahmenbedingungen sind.

Innerhalb des Vereins hat sich deshalb ein “Team Wohnen” gebildet, um dafür in Zukunft die Voraussetzungen zu schaffen und ein Netzwerk aufzubauen. Mitglieder sind Silvana Krauß Göbel, Marijke Hundertmark, Bodo Gerlach, Melanie Barton und Thomas Köppchen. Wer darüber hinaus mitmachen und mithelfen möchte, kann sich gerne an Thomas Köppchen wenden.

WhatsApp Gruppe

WhatsApp-Gruppe Wohnen seit Juli 2020 zum allgemeinen Austausch

Anmeldung: per Email an thomas.koeppchen@angelman.de unter Angabe der Handynummer möglich

In dieser Gruppe kann jeder seine Fragen und Anregungen rund um das Thema Wohnen und auch darüber hinaus einbringen. Über 50 Eltern aus unserem Verein haben sich bereits angemeldet und auf diese Weise die Möglichkeit eines direkten und unkomplizierten Erfahrungsaustausches mit anderen Eltern.

Online Seminar

am 08.05.2021 unter dem Titel „Wohnperspektiven für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung – Wohnangebote, Zugangswege und Finanzierung nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG)“

Erstmalig wurde ein Seminar des Vereins zum wichtigen Thema Wohnen angeboten, welches auf reges Interesse gestoßen ist.

Zwei kompetente Referentinnen haben im Rahmen eines Onlineseminars zu folgenden Themen informiert und entsprechende Fragen der Eltern beantwortet:

Frau Wiebke Wieneke, Evangelische Stiftung Hephata, Mönchengladbach 
Welche Wohnangebote und Wohnprojekte gibt es allgemein für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung? – Vorstellung anhand von Beispielen in Trägerschaft der Stiftung Hephata

Frau Stefanie Heinrichs, Landschaftsverband Rheinland, Köln
Übersicht über die Zugangswege, die Beratungsstellen und Ansprechpartner sowie über die Finanzierung der Wohnangebote sowie der begleitenden Hilfen nach dem Bundesteilhabegesetz

Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung

Übersicht der Beratungsstellen, Ansprechpartner und zuständigen Behörden

Für alle 16 Bundeländer wurde damit erstmalig eine umfassende Gesamtübersicht mit allen jeweiligen für das Thema Wohnen relevanten Beratungsstellen, Ansprechpartnern und zuständigen Behörden erstellt. Diese Broschüre soll Eltern einen Anhaltspunkt in ihren jeweiligen Bundesländern geben, an wen man sich wenden kann, wenn man sich zum Thema Wohnen beraten lassen möchte und wo man die notwendigen Anträge stellen muss, wenn eine geeignete Wohnmöglichkeit gefunden wurde. Da dies in allen Bundesländern nach den Landes-Ausführungsgesetzen zum Bundes-Teilhabegesetz und dem Sozialgesetz unterschiedlich geregelt ist und sich die Strukturen in den Bundesländern oft sehr unterscheiden, waren umfangreiche Recherchen erforderlich.

Perspektivisch denkt das Team Wohnen aufgrund des offensichtlichen großen Interesses über die Durchführung weiterer Seminare zum Thema Wohnen mit anderen Referentinnen und Referenten nach und wir nehmen hier Anregungen und Themenwünsche gerne entgegen.

Broschüre Wohnen für Menschen mit Geistiger Behinderung

Wer ein Druckexemplar erhalten möchte, kann dieses per E-Mail an anfordern. Schutzgebühr: 7 €, für Vereinsmitglieder kostenlos.

W.I.R - Das Wohnprojekt

Das Wohnprojekt in Regensburg

Eltern von geistig behinderten Kindern mit hohem Unterstützungsbedarf möchten, dass ihre Kinder als Erwachsene in einer verlässlichen, heterogenen Hausgemeinschaft selbständig leben können. Inmitten von Familien, Singles und Paaren, jungen und alten Menschen mit und ohne Behinderung sollen Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf leben und sich wie alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner nachbarschaftlich unterstützen und sich so viel Privatsphäre bewahren, wie sie wünschen. Das Haus soll in einem lebendigen Quartier mit guter Anbindung an das Stadtzentrum liegen, so dass eine unkomplizierte Teilhabe am Leben in der Stadt möglich ist.


Konzept
Urs Bürkle stellt die inklusive Genossenschaft Vaubanaise eG aus Freiburg im November 2012 in Regensburg vor. Wir passen das Konzept auf unsere Regensburger Situation an und beginnen mit der Umsetzung.

1. Wohnen
Eine Genossenschaft baut in einem neu entstehenden Quartier eine barrierefreie Wohnanlage mit ca. 50 sehr unterschiedlichen Wohnungen von 40-140qm. 40% der Wohnfläche sind geförderte Wohnungen, 60% sind freifinanziert. Die Architektur wird gemeinsam mit den zukünftigen Bewohnern entwickelt. Gemeinschaftsräume (Gemeinschaftsraum mit Küche im Erdgeschoss; großer Gemeinschaftsraum, Bandraum und Werkstatt im Untergeschoss) stehen allen Bewohnern zur Verfügung.

In der Mitte der Wohnanlage im 1. Obergeschoss werden die 12 Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in eigenen Wohnungen in zwei Clustern leben. Die Wohnungen (ca. 30 qm) mit Bad werden über Gemeinschaftsräume erschlossen. Zwei Wohnungen und die Gemeinschaftsräume entsprechen dem Standard für Rollstuhlfahrer (Bewegungsfläche 1,50×1,50m). Beide Cluster sind miteinander verbunden und teilen sich einen Gemeinschaftsbereich mit Pflegebad und einem Raum mit Medikamentenschrank und Übernachtungsmöglichkeit für den ambulanten Dienst.

Die 12 Bewohner des Clusters sind selbst gewählt.
Wir Eltern geben unseren Kindern ein Darlehen von 35.000 Euro für die Genossenschaftsanteile. Solange sie dort wohnen, sind die Anteile an der Wohnung ein geschütztes Vermögen. Um die Anteile im Falle ihres Auszugs vor der Pfändung durch einen Kostenträger zu schützen, treten unsere Kinder ihre Forderung gegen die Genossenschaft an uns Darlehensgeber ab. Eine weitere Möglichkeit ist die Bereitstellung von Solidaritätsanteilen durch ein Genossenschaftsmitglied. Die Miete wird über die Grundeinkommensbeihilfe finanziert.

2. trägerübergreifendes persönliches Budget
Die 12 Clusterbewohner werden ein trägerübergreifendes persönliches Budget beim Kostenträger der Eingliederungshilfe (Bezirk Oberpfalz) beantragen. Die Eltern haben sich entschieden, die Unterstützung von Anita Read und Leopold Wimmer vom Kompetenzzentrum für Persönliche Budgets in Großkarolinenfeld in Anspruch zu nehmen.

3. Ambulanter Pflege- und Betreuungsdienst
Um eine gute Betreuung der ClusterbewohnerInnen zu erreichen, ist es für uns Eltern wichtig, alle notwendigen Leistungen von einem Dienst beziehen zu können. Ein Nebeneinander von ambulantem Pflegedienst, AUW-Dienst (Leistungen der Eingliederungshilfe) und Betreuungsdienst erachten wir als nervenaufreibend für alle Beteiligten.
Stand des Projekts WIR
November 2016

1. wohnen.
Das Gebäude wächst. Mehr als 85% der Wohnungen sind belegt. Alle zukünftigen Bewohner freuen sich auf den Einzug im nächsten Sommer. Hier in der Clusterküche wird Jakob in Zukunft seine iPad-Tasche ablegen und beim Kochen helfen müssen.

2. trägerübergreifendes persönliches Budget
Die Termine für die Hilfebedarfskonferenzen sind für Mitte Dezember festgelegt worden.

3. Ambulanter Pflege- und Betreuungsdienst
Wir freuen uns sehr, dass die Lebenshilfe Regensburg nun einen Pflege- und Betreuungsdienst einrichtet, der alle Leistungen, die wir benötigen, anbieten und abrechnen kann. Wir werden dort alle Unterstützungsleistungen mit Hilfe unserer Budgets einkaufen. Die Lebenshilfe hat eine Pflegedienstleitung gefunden und wird zum 01.01.2017 einen Pflege- und Betreuungsdienst einrichten; zunächst hauptsächlich für das Projekt WIR. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist aber auch ein großer Pflegebedarf in den verschiedenen Wohnangeboten der Lebenshilfe aufgrund der älter werdenden zu betreuenden Menschen und der wachsenden Bedeutung der Pflege im neuen BTHG.

Annette Fischer